Zertifizierung aufbauen und vertreiben? Kann jeder!

Wer kennt sie nicht? Pearson VUE, CERTNET und Co.? Bisher war es extrem teuer, ein eigenes Zertifizierungsprogramm aufzusetzen und über diese Anbieter zu vertreiben. Heute hat sich dieses Geschäftsmodell Dank der aktuellen Entwicklung von Wissensmanagement- und Lernsystemen erledigt. Eine kleine Disruption ;-)

Woraus besteht eine Software-Zertifizierung? Letzten Endes sollen die Fachkenntnisse zu einem speziellen Themenkomplex seriös nachgewiesen werden. Dazu beantwortet der Aspirant in einem zertifizierten Testing-Center ein paar verwirrende Fragen am PC und bekommt bei Erfolg ein Zertifikat, bzw. wird in einer Datenbank geführt. In der Zeit, als ich die ersten größeren Microsoft- und Linux- Testingcenter in Deutschland betrieb, trat meinen Kollegen gelegentlich der kalte Schweiß auf die Stirn, wenn die Testsoftware mal wieder Ladehemmungen hatte. Natürlich haben die Marktführer stets peinlich auf ihre hochprofitables Geschäftsmodell geachtet. Für kleinere Anbieter war es bislang schlicht nicht wirtschaftlich, ein eigenes Testszenario über die althergebrachten Anbieter zu vertreiben. Doch nun: Willkommen im Zeitalter Homo Deus!

„Wenn Wissen und Lernen die neuen Kernkompetenzen moderner Unternehmen sind, müssen Methode und System in Einklang stehen“

Am besten ich beschreibe das Ganze mal in einem Szenario: Du willst ein Zertifizierungsprogramm für Deine Software aufbauen. Zusätzlich sollen auch zertifizierte Trainer geschaffen werden.

Schritt 1:

Du erstellst Schulungsunterlagen für die Fachzertifizierung und transferierst den Stoff zusätzlich in ein eLearning, am besten mit Videos und Webinar-Abschnitten. Dabei solltest Du darauf achten, dass der Stoff lernpsychologisch und pädagogisch sehr gut aufbereitet ist, denn sonst verprellst Du Deine Anwender. Schulung ist auch immer Werbung! Wenn Du dafür keine eigenen Leute hast: Dafür gibt’s genügend gute Dienstleister.

Schritt 2:

Du suchst Dir das passende System aus: Es muss ein Learning Management System sein (LMS). Darin muss zwangsläufig integriert sein: Talentmanagement und eLearning Authoring Tool und – im Idealfall- auch ein Wissens- und Dokumentenmanagement! Klingt erst mal viel – ist es aber nicht. Das Ganze gibt es am Markt als günstige, mandantenfähige SaaS Lösung.

Schritt 3:Mit dem System erstellst Du Deine Testfragen, egal ob Multiple Choice, Freier Text oder Gaming Elemente. Für die Trainerprüfung entwickelst Du ein Webinarkonzept.

Schritt 3:

Du führst Methode und System zusammen. Ab sofort bist Du dann in der Lage, an jedem Ort und zu jeder Zeit Prüfungen beliebiger Art abzunehmen, die Kandidaten-Daten zu verwalten.

Das Beste: Ausbildung und Test finden in einem System statt. Außerdem kannst Du diese Lösung für Dein komplettes Aus- und Weiterbildungsprogramm verwenden. Außerdem kannst Du die Kompetenzen in Deinem Unternehmen übersichtlich managen.

Götz Piwinger ist Chief Consultant für Wissensmanagement und Digitale Lösungen der ML Gruppe, Köln. Nach Berufsausbildung, Ingenieur- und HR Management-Studium sammelte er unternehmerische Erfahrung, wo er bekannte Change- und Bildungsprojekte verantwortete. Weitere vier Jahre als Senior Executive Consultant für Digitalisierungsprojekte ermöglichen ihm heute die Entwicklung von Hybrid-Projekten aus Digitalisierung und HR. Sein Spezialgebiet ist die Bildung einer methodisch-technischen Brücke von theoretischen Kompetenz- und digitalen Führungsmodellen hin zu allgegenwärtigem Lernen durch den Einsatz kognitiver Lösungen im unternehmerischen Alltag.

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